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Die Katze
fängt Mäuse, und zwar
nicht wenige! Das ist wohl
der ursprüngliche Grund,
warum sie als Haustier bei
den Menschen lebt. Durch
Zuchtauswahl hat der
Mensch bis heute zwar die
verschiedensten Rassen und
Farbschläge geschaffen,
das natürliche
Jagdverhalten der Katze
ist jedoch über all die
Jahrhunderte hinweg
weitgehend unverändert
geblieben.
Die
Katze ist und bleibt ein
Raubtier.
Dessen sollte man
sich stets bewusst sein,
wenn man sein Heim mit
solch einem leisepfotigen
Jäger teilt. |
Das
Jagdverhalten ist der Katze angeboren und die dafür nötigen
Bewegungselemente lernt und übt schon das kleine
Kätzchen, und zwar ganz ohne fremde Anleitung. Und zeit
ihres Lebens ist die Katze dann durch einen inneren
Antrieb gezwungen, diese Bewegungsabläufe anzuwenden,
auch ohne den passenden Anlass dafür. Gewisse
Wahrnehmungen lösen zwingend ein Verfolgen und Fangen
aus. Ein solcher Auslöser ist meistens die rasche
Bewegung eines kleineren Gegenstandes am Boden, sei es
ein Papierball oder eine Maus, in Reichweite der Katze.
Da muss sie einfach danach springen! Bietet sich der
Katze für längere Zeit kein passender Auslöser, fängt
sie an, nach Ersatz zu suchen. Das Objekt braucht dann
nicht mehr Mausgröße zu haben, es genügt auch eine
Fliege. Und statt nach einem bewegten Gegenstand am
Boden springt sie nach einem Uhrpendel oder einer Kugel
am Weihnachtsbaum. Kann die Katze über noch längere Zeit
ihren Jagdtrieb nicht ausleben, sieht man sie imaginäre
Vögel erhaschen oder unsichtbare Luftmäuse fangen.
Solche Leerlaufhandlungen dienen nur dazu, den
angestauten Jagdtrieb irgendwie loszuwerden.
Der
Jagdtrieb ist vom Sättigungsgrad der Katze übrigens
völlig unabhängig. |
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Wann jagt
Samtpfötchen am Liebsten?
Die
wilden Vorfahren unserer Hauskatze waren vorwiegend in
der Dämmerung und Dunkelheit aktiv. Für die
domestizierte Katze gilt das nicht mehr im selben Maß,
sie ist verstärkt auch tagsüber auf den >Pfoten<
unterwegs und auf der Jagd. Rund 50% ihrer Beute fangen
unsere Katzen am helllichten Tag, etwa 20% in den
Stunden der Morgen und Abenddämmerung und "nur" etwa
30% während der Nacht. Im Sommer allerdings meiden sie
die heißen Tagesstunden für eine so anstrengende
Tätigkeit wie das Jagen und weichen tatsächlich auf die
kühlere Nacht aus. Im Winter ist es umgekehrt. Dann
jagen die meisten Katzen am Nachmittag, wenn es am
wärmsten ist. |
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Die Jagd
beginnt! |
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Alles
fängt damit an, dass die Katze ein Geräusch wahrnimmt,
das sie interessiert aufhorchen lässt: ein leises
Rascheln im Laub etwa, das Tippeln von Mäusepfötchen
oder ein hohes, wisperndes Piepsen. Die beweglichen
Ohren der Katze wenden sich hin und her. Sie versucht
die Richtung, aus der das viel versprechende Geräusch
kommt, genau zu bestimmen und starrt dann gebannt
dorthin. Und dann passiert Folgendes; |
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Anschleichen |
Lauern |
Angriff |
Erfassen
der Beute |
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Hat Mieze ein Opfer
erspäht, nähert sie sich langsam und vorsichtig hinter
vorhandener Deckung. Dann rückt sie schnell schleichend
vor, den Bauch dicht an den Boden gepresst. |
Hinter einer Deckung
lauernd bereitet sich der Minitiger auf die letzte Phase
der Jagd vor. Ihre Hinterpfoten fangen zu treteln an,
die Augen folgen jeder Bewegung des Opfers, und die
Schwanzspitze zuckt vor Nervosität. |
Die Katze verlässt ihr
Versteck und schiebt sich auf den Boden gepresst
vorwärts. Kurz vor dem Opfer hebt sie den Vorderkörper
für den Angriffssprung an. |
Die Hinterpfoten fest auf
den Boden gestemmt, benutzt die Katze ihre Vorderpfoten
zum Festhalten der Beute und bringt sie so in die
korrekte Position. |
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Geschafft!!! |
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Jetzt ist die Maus
in den Fängen der Katze und kämpft um ihr Leben, aber
sie hat eine faire Chance. Wenn es um ihr Fell
geht, werden Mäuse zu wahrlich todesmutigen Kämpfern.
Hält die Katze sie nicht vom ersten Ansprung an fest
im Genick gepackt, fährt so manche Maus tatsächlich
beißend auf die Katze los. Diese weicht erschrocken
einen Schritt zurück und schon gibt die Maus
Fersengeld. Wenn sie Glück hat, genügt der erreichte
Vorsprung fürs Entkommen.
Hat die Maus es nicht geschafft, erfolgt der
Tötungsbiss! Ob
unmittelbar nach dem ersten erfolgreichen Anspringen
oder erst noch längerem Kampf, am Ende tötet die Katze
ihre Beute. Sie macht es durch einen Biss in den
Nacken (eben auf Katzenart). In ihren dolchartigen
Eckzähnen, den Fangzähnen, hat sie das perfekte
Werkzeug dafür. Allerdings sind diese spitzen Zähne
nicht geeignet, um damit kraftvoll auf etwas Hartes zu
beißen. Wohl vermögen die Dolche etwa die dünne
Hirnschale einer Maus zu durchdringen, nicht aber
deren Wirbelsäule zu zermalmen. Stattdessen zwängt
sich der Eckzahn beim Tötungsbiss wie ein Keil
zwischen die Halswirbel und sprengt diese auseinander.
Dabei zerreißt das Halsmark und das Beutetier ist auf
der Stelle tot. Um den Biss so präzise zu platzieren,
macht die Katze während des Zubeißens eine Serie
schneller Kieferbewegungen, die sie aussehen lassen,
als würde sie schnattern.
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+++Tipp+++ |
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Was
tun, wenn Miezi ihre Beute mit nach Hause bringt?
Tadeln
Sie Ihre Katze nicht, denn das Zutragen gehört zum
Sozialverhalten. Lassen Sie den Fang in einem
günstigen Augenblick verschwinden und tauschen Sie
ihn gegen frisches Futter aus!
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Schließlich
präsentiert jeder Jäger mit Stolz seine Jagdtrophäe
und will sich dafür auf keinen Fall eine
Strafpredigt anhören. |
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Vielleicht haben Sie es auch
schon beobachtet, dass bei Ihrem Liebling, zum
Beispiel am häuslichen Fensterbrett sitzend und
draußen Vögel beobachtend, plötzlich anfängt,
mit zurückgezogenen Mundwinkeln zu "schnattern".
Sie klappert regelrecht mit den Zähnen. Das ist
nichts anderes als der beschriebene Tötungsbiss,
den die Katze hier vollführt, als hätte sie
einen der Vögel bereits im Maul.
Verhaltensforscher nennen so etwas eine
Leerlaufhandlung. Der Reiz, den die belauerten,
aber unerreichbaren Vögel auf die Katze ausüben,
ist so stark, dass er die Instinkthandlung des
Zubeißens unwillkürlich auslöst. |
Wohin bloß
mit der Maus? Eine Katze muss
schon fast umkommen vor Hunger, wenn sie die getötete Beute
gleich zu fressen beginnt. Gewöhnlich wendet sie sich "nach
vollbrachter Tat" erst einmal ab. Es scheint, als habe sie
plötzlich jedes Interesse an ihrer Beute verloren. Sie lässt sie
einfach liegen, geht ein Stück davon weg, schnuppert vielleicht am
Boden umher oder beginnt schon mal, sich zu putzen, doch dies
alles dient nur dazu, die Spannung der vorangegangenen Jagd
abzubauen, und gibt der Katze Zeit, sich wieder zu beruhigen. Nach
einem solchen Spaziergang kehrt sie zu ihrer Beute zurück und
trägt sie umher. Ablegen, Spazierengehen und Wiederaufnehmen der
Beute kann sich noch mehrmals wiederholen, bis die erregte Jägerin
ihre Gelassenheit wieder gefunden hat. Schließlich trägt (oder
schleift, je nach Größe) die Katze ihren Fang meist an einen
Platz, der eine gute Deckung bietet. Dort schlägt sie sich dann
verdientermaßen den Bauch voll. |
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