Tasthaare Tastsinn
aus Katzenlexikon, der freien Wissensdatenbank
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Die Tasthaare (zool. Vibrissen) kennzeichnen die Katze als vorwiegend nachtaktives Tier. Sie sind deutlich stärker als die übrigen Wollhaare und befinden sich nicht nur im Gesicht der Katze, wo die Barthaare sehr lang wachsen und sehr gut zu erkennen sind. Auf der Ober- und Unterlippe finden wir etwa 30 Schnurr- und Barthaare, an den Backen und über den Augen 12 und an den Vorderpfoten zusätzlich je fünf Tasthaare. Mit diesen Haaren kann die Katze ihre Umwelt hervorragend "erfühlen", weil sie sich in kräftigen Wurzeln verankern, die mit unzähligen sensiblen Nerven und Muskeln ausgestattet sind. Und diese Haare sind nicht nur empfindlich für Berührungen und Vibrationen, sie reagieren sogar auf Luftdruck- und Temperaturschwankungen. Wahrscheinlich ist dies auch eine Erklärung für die bis heute wissenschaftlich noch nicht nachgewiesene Fähigkeit der Katzen, Erdbeben, Vulkanausbrüche und Gewitter vorauszuahnen und Explosionen auch in großer Entfernung wahrzunehmen. Denn diese Naturkatastrophen und für uns nicht spürbaren Ereignisse verändern den Luftdruck und verbreiten haarfeine Schwingungen, die unsere Sinnesorgane nicht registrieren können; der berühmte "sechste Sinn" der Katzen. Sehen, Tasten und Riechen sind die Mittel der Katze, um ihre Umgebung zu erforschen: Jedes ihr unbekannte Objekt wird von der Katze zunächst in Ruhe aus der Entfernung betrachtet, dann nutzt sie ihre Tasthaare, um etwa die Temperatur des Gefundenen festzustellen. Erst danach wagt sie sich mit den Pfoten und der Nasenspitze näher heran, um es genauer zu erkunden. Wenn bei vollkommener Dunkelheit auch die sensiblen Augen der Tiere nichts mehr erkennen können, helfen der Katze die Tastorgane bei der Orientierung durch die Nacht und zur Erkennung von Gegenständen und anderen Tieren.
