Aujeszkysche Krankheit

aus Katzenlexikon, der freien Wissensdatenbank

Sie sind hier Katzenlexikon:Portal | Katzenkrankheiten | Aujeszkysche Krankheit


Die Aujeszkysche Krankheit (auch Morbus Aujeszky, Pseudotollwut, Pseudorabies, Juckpest) ist eine durch das Aujeszky-Virus hervorgerufene anzeigepflichtige Tierseuche, die von unerträglichem Juckreiz begleitet wird. Der Erreger gehört zur Familie der Herpesviren (Herpesviridae, Genus Varicellovirus). Sein eigentlicher Wirt sind Schweine, daher SHV-1 (suid Herpesvirus Typ 1). Er kommt in Schweinebeständen vor und wird daher entweder von Schweinen direkt oder durch rohes Schweinefleisch (!) auf Katzen übertragen. Die Krankheit ist meldepflichtig, da sie schwer von der Tollwut zu unterscheiden ist.Die Krankheit ist nach dem ungarischen Tierarzt Aladár Aujeszky benannt.

Über die in der Mundschleimhaut endenden Nerven gelangt das Virus direkt ins Gehirn und vermehrt sich dort im Nervengewebe. Es kommt zur Entzündung des Nervengewebes des Gehirns und dann zum Untergang der Nervenzellen. Die Inkubationszeit beträgt 2 bis 9 Tage. Danach treten uncharakteristische Erscheinungsbilder auf: Wesensänderung, Müdigkeit, Neigung zum Verstecken, Fressunlust. Bei jungen Katzen tritt oft Erbrechen als einziges Symptom auf. Ständiges Lecken und Beissen des Fells weisen auf Juckreiz hin. Diese Symptome können aber auch fehlen. Danach kommt es zu Schluckbeschwerden, bedingt durch Lähmungen des Rachenraumes. Es kann auch zu Lähmungen der Kaumuskulatur und zu Zuckungen von Kopf und Gesichtsmuskeln. In der Regel tritt der Tod schon am ersten oder zweiten Tag nach Einsetzen der Symptome ein.

Eine Vorsorgeimpfung gibt es nicht. Grundsätzlich sollte auf die Fütterung von rohem Schweinefleisch verzichtet werden!

'Persönliche Werkzeuge